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    Wattenwilerwald



    "Schöner Wald in treuer Hand...
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    Wattenwilerwald



    ...labt das Aug' und schirmt das Land!", sagte schon Gottfried Keller.

Ortsmuseum Wattenwil

Fred und Cécile Zimmermann - Stiftung mit Gemäldesammlungen Walter Krebs und Adolf Niederhäuser

Rückblick

Kleines Planetarium

16. August bis 15. November 2008

Marc Imboden schrieb zur Vernissage am 16. August 2008 im Thuner Tagblatt:

Zurück zu seinen Wurzeln

Vor gut 50 Jahren verliess der Künstler Fritz Marti Wattenwil. Nun ist er wieder zurück: Im Ortsmuseum stellt er seinen Zyklus „Kleines Planetarium“ und verschiedene Gebirgslandschaften aus Sie tragen Fantasienamen wie Solarius oder Flammino und erinnern ein wenig an jene Fotografien, die vom Weltall aus aufgenommen wurden: die 20 Planeten aus Fritz Martis Zyklus „Kleines Planetarium“. Verschiedene Farben verfliessen ineinander und bilden dadurch organische Formen. Durch geschickte Setzung der Lichtakzente erreicht der Künstler, dass die zweidimensionalen Kreise wie Kugeln wirken.planetarium 5

Nicht nur dekorativ

Die Technik, mit der der 74-jährige Marti arbeitet, ist alt: die Kunst des Marmorierens kommt hauptsächlich bei der Gestaltung von Geschenkpapier und Tapeten zur Anwendung. „Ich entdeckte sie für mich eher zufällig an einem Basar der Rudolf Steiner Schule, die meine Kinder damals besuchten,“ sagt Marti. Die Basis ist eine Art Schleim aus Algen. Der Künstler gibt Oelfarben hinzu und lässt sie ineinander verfliessen. Sobald er mit dem Ergebnis zufrieden ist, legt er Papier darauf und macht so einen Abzug. „Schon bald merkte ich, dass bei dieser Fliessbildtechnik mehr drinliegt als bloss dekorative Arbeiten“, sagt Marti. Er machte die Papierabzüge bereits in dem Stadium, in dem das Spiel der Farben noch wild und ungezähmt ist und erzielte damit erstaunliche Effekte. Neben den Planeten stellte Marti in seiner Weiterentwicklung dieser Technik auch Berglandschaften dar. Als bei der Arbeit zum ersten Mal ein Berg entstand, war es reiner Zufall. Doch der Künstler fand Gefallen daran und liess die Farben fortan so über den Algenschleim fliessen, dass Berge in den verschiedensten Formen entstanden. Die Silhouetten sind dabei stets realistisch, die Form- und Farbstruktur hingegen hat mit Bergen, wie wir sie jeden Tag sehen, nichts zu tun. Fritz Marti gelingt es damit, eine Verfremdlung zu bewirken, die seine Berglandschaften erscheinen lassen, als ob sie von einem seiner Fantasieplaneten stammen würden. Die Phase der Planeten und Berge in Fliessbildtechnkik ist für Marti abgeschlossen. Doch der Künstler ist wie ein Füllhorn: der Umfang und die Vielfältigkeit seines Schaffens sind enorm, wie die Besucher des Ortsmuseums Wattenwil in den Alben mit seiner Werkschau selber entdecken können.planetarium 3

Fritz Marti Im früheren Klassenzimmer

Fritz Marti ist in Wattenwil aufgewachsen. Er machte eine Grafikerlehre und verliess das Dorf mit etwa 20 Jahren, um zuerst in Paris, später wieder in Bern und schliesslich im Kanton Zürich tätig zu sein, wo er seinen Wohnsitz seit Jahren in Bubikon hat. Dass er nun zum ersten Mal in Wattenwil ausstellt, ist eine Rückkehr zu seinen Wurzeln – und dies gleich im doppelten Sinn: In Wattenwil machte er bereits als Junge seinen ersten Gehversuch im grafischen Gestalten, und in einem der beiden Räume des Ortsmuseums im Dachstock des Dorfschulhauses, wo er nun ausstellt, drückte Klein-Fritz vor mehr als einem halben Jahrhundert die Schulbank.

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